Pasteuers vergessenes Experiment

 

 

Versuchsbeschreibung eines gegenwärtig wiederholten historischen Experiments:

 

 

Chemielabor war die eigene Küche (nach Absprache mit der Frau des Hauses). Benutzt wurden haushaltsübliche Gerätschaften. Ich habe Rinderfiletstücke in ca. 1 Liter Wasser gar gekocht, die Rinderbrühe in ein Gefäß abgegossen und mir den Gulasch schmecken lassen! Die Rinderbrühe habe ich durch Tücher grob in ein zweites Gefäß durchgeseiht und noch einmal mit Wasser verdünnt. Diese habe ich ein weiteres Mal durch einen Papierfilter filtriert, so dass ich eine blassgelbe Nährflüssigkeit erhielt.

 

In beiden Glaskolben befindet sich die gleiche abgekochte Brühe

 

Diese verdünnte Brühe  wurden nun auf   zwei Glaskolben verteilt, jeweils durch Sieden  keimfrei gemacht und über mehrere Wochen stehen gelassen. Beide Gefäße haben Verbindung mit der Luft.

Lebensspuren nur im linken Kolben

 

Nach vier Wochen haben sich im linken, oben offenen, Kolben  Kahmhaut und Schimmelpilze, also Lebensformen, gebildet. Die gleiche Nährlösung (verdünnte Rinderbrühe) im rechten Kolben, der durch den Schwanenhals Verbindung mit der umgebenden Luft hatte, blieb keimfrei und klarsichtig.

 

Monate später

 

In einem erneut angesetzten Langzeit-Experiment ab dem 9.11.2011 waren nach den ersten vier Wochen ähnliche Ergebnisse zu beobachten.  Acht Monate später  haben sich  im linken Kolben zusätzlich Grünalgen entwickelt, im rechten Kolben weiterhin kein Leben.

Nach einem Jahr

 

Am 9.11.2012, also genau ein Jahr nach Versuchsbeginn, hatten sich im linken Kolben weiterhin die Grünalgen stark

vermehrt, die Nährflüssigkeit

im Schwanenhalskolben blieb ohne Leben.

Hinweis:Schülerexperiment unter >VIDEOS<

 

Beschreibung des originalen Experiments von Louis Pasteur

 

Louis Pasteur in seinem berühmten Vortrag 1864 an der Universität Sorbonne in Paris:

(Zitate aus dem Buch: „Pasteur und die Generatio spontanea“ Verlag Huber; Bern und Stuttgart 1964)

„Meine Herren! Welchen Triumph könnte der Materialismus (1)  davontragen, wenn bewiesen werden würde, dass die Materie …Leben erzeugen könnte. Wenn wir der Materie die Kraft geben könnten, um ihr das Kriterium(2) des Lebens zu verleihen, …wäre es selbstverständlich, die Materie zu vergöttern. Warum sollte man die Vorstellung über die Schöpfung der Welt noch aufrechterhalten. Warum sollte man noch bei der Schöpfung an Gott glauben?“ S.147)

 

1)Materialismus: Philosophische Lehre, dass alles Leben aus toten Stoffen(Materie)

hervorgegangen ist und sich ohne Zutun einer höheren Macht natürlich

entwíckelt hat.

2)Kriterium: Typisches Kennzeichen

 

Fünf Jahre nach Darwins „Die Entstehung der Arten“, im Jahre 1864, entzieht Louis Pasteur der Evolutionstheorie mit einem einfachen Experiment die naturwissenschaftliche Grundlage. Es gibt keine Urzeugung: „Omne vivum ex vivo“ oder „Leben entsteht nur aus Leben.“ Der englische Theologe und Naturforscher Charles Darwin veröffentlichte 1859 sein Buch „Die Entstehung der Arten“. Darin versuchte er aufgrund vieler Naturbeobachtungen nachzuweisen, dass das Leben ohne Zutun eines Schöpfers sozusagen von selbst aus Materie, durch Veränderungen aufgrund von Umwelteinflüssen in langen Zeiträumen, entstanden sei.

     In den knapp 600 Seiten beschreibt Darwin allerdings nur, wie sich bestehende Arten verändern, nicht aber wie das erste Leben ursprünglich entstanden ist. Der Riesensprung aber von toten Stoffen hin zu sich selbst vervielfältigendem Leben ist bis heute noch nie experimentell bewiesen worden und über bloße Vermutungen nicht hinausgekommen.

Pasteur allerdings hat mit einem einfachen Experiment den Gegenbeweis angetreten:

Leben kann nicht von selbst aus toten Stoffen entstehen. Wörtlich sagte er in seinem Vortrag:

„Das Leben ist der Keim, der Keim ist das Leben. Die Doktrin(1) der Generatio spontanea(2) (Urzeugung) wird nach dem tödlichen Schlag, den sie durch ein einfaches Experiment erlitten hat, nie auferstehen.“ …(S.158).. Die Generatio spontanea ist ein Hirngespinst.“(S.162)

(1) Lehre

(2) Urzeugung oder Selbstorganisation des Lebens aus Materie

 

1.Pasteur goss klare Brühe in eine langhalsige Flasche, kochte sie und ließ sie abkühlen. Der Hals blieb oben offen. Schon nach wenigen Tagen fanden sich Schim- melpilze oder andere mikroskopische Lebewesen darin.

 

2.Die andere Hälfte der klaren Brühe goss er in einen Kolben, deren Hals mit einer Schmelzzange schwanen-halsförmig ausgezogen wurde. Erst dann wurde die Flüssigkeit abgekocht. Diese Flüssigkeit hatte auch Berührung mit der Luft. Aber die Schwebeteilchen konnten nicht hinein. Sie blieben im Hals hängen.

Neues Leben entstand nicht, und das auch nicht nach über vier Jahren.

 

Dieser Versuch wurde von Pasteur vorher in mehreren Jahren durch Kontrollversuche

in unterschiedlichen Anordnungen und Umgebungen (unterschiedliche Luftverhältnisse an einem Gletscher, in der Stadt usw.) erhärtet.

 

Warum dieses Experiment zu einer sicheren

 

Erkenntnis geführt hat

 

1. Wie alle Experimente muss es wiederholbar,

2. unabhängig von der Person durchführbar,

3. durch Kontrollexperimente nachprüfbar

4. und prinzipiell widerlegbar (falsifizierbar) sein.

 

Zu den Punkten 1 und 2:

Der Versuch von Pasteur ist zwar vor knapp 150 Jahren durchgeführt worden. Aber er ist auch heute noch wiederholbar und unabhängig von der Person durchführbar.        

Daher habe ich sein Experiment selbst wiederholt, nachdem ich mir von einer Glasbläserei die historischen Gefäße nachbauen ließ. Oben hast du meine Ergebnisse gesehen. 

Zu Punkt 3: Kontrollexperimente:

Pasteur stellte fest: Wenn es eine Urzeugung gibt, dann muss sich die Flüssigkeit ohne Ausnahme verändern, d.h. Leben erzeugen, also auch in einem Bereich, in dem die Luft

völlig rein ist. Wenn sich nicht alle Proben mit dem oben offenen Gefäß veränderten, muss daraus gefolgert werden, dass der Staub in der Luft nicht gleichmäßig verteilt ist. (a.a.O. S. 160). Um diese Aussagen zu erhärten, hat Pasteur folgende Experimente unternommen:

   „Unter diesen Flaschen, die ich Ihnen jetzt zeige, gibt es solche, die in einem Appartement, in einem Laboratorium, in einem Garten, 800m hoch im Juragebirge…aber auch solche, die ich an einem Gletscher geöffnet habe. Am Gletscher habe ich 20 Kolben geöffnet. Die Flüssigkeit…änderte sich nur in einem einzigen Fall.“

Er erklärte seinem Publikum weiter, dass in den Flüssigkeiten leichter Leben in der Nähe von

bewohnten Gebieten als in großer Höhe in der Nähe von Gletschern entstanden war, womit er durch diese Kontrollversuche belegte, dass Leben ausschließlich durch vorher in der Luft befindliche Schwebeteilchen entstand, niemals aber in völlig staubfreier Luft. (a.a.O.S.161)

 

Zu Punkt 4: Die Widerlegbarkeit (Falsifikation) des Experimentes:

Wenn das oben beschriebene Experiment auch nur ein einziges Mal zeigen würde, dass ohne

Eingriff und ohne Schwebeteilchen der Luft aus einer toten Flüssigkeit (solche mit abgekochter Nährflüssigkeit) spontan Leben entstehen würde, wäre das Pasteurexperiment widerlegt, was bis heute nicht gelungen ist. Das wird auch von führenden Naturwissenschaftlern heute nicht bestritten, was ein Beispielzitat deutlich macht:

 

Hierzu stellt der Evolutionsbiologe Klaus Dose*) bereits 1983 fest:

„Louis Pasteur machte 1864 an der Sorbonne in seinem historischen Vortrag über die Ablehnung der Doktrin (Lehre) der spontanen Generation ( Entstehung lebender Zellen aus toter Materie)die Aussage, dass sich diese Lehre niemals von dem tödlichen Schlag erholen würde, den sie durch seine Experimente erhalten hatte…. Ebenso mag die Mainzer Tagung historische Bedeutung erhalten, weil hier erstmals von mehreren Wissenschaftlern widerspruchslos festgestellt wurde, dass alle Aussagen zur Entwicklung von Lebewesen aus Zellverbänden, die plötzlich aus Materie entstanden sein sollen, ohne experimentelle Grundlagen sind.

 

Was sagen die Schulbücher zu Pasteur?

 

1. Die neueren Biologiebücher für Gymnasien verschweigen diese Ergebnisse und behaupten mit neuen Begriffen wie „Chemische Evolution“, dass die Urzeugung bewiesen sei, womit ihre Autoren die Schüler bewusst auf einen „Wissenstand“ bringen, der vor über 150 Jahren noch gültig war, seit Pasteur aber widerlegt ist. Sie werden irregeführt statt informiert.

 

2. In den älteren Auflagen wird dieser Versuch von Pasteur erwähnt und seine Folgerungen zugegeben. Weil aber Evolution stimmen muss, wird behauptet, Pasteurs Versuche gelten nur für die Gegenwart, also für heute. Damals vor sehr langer Zeit war alles  ganz anders. Woher die Verfasser das wissen? Sie vermuten es und geben es dann als naturwissenschaftliche Tatsache aus.

 

*)Klaus Dose: >Nachr.Chem.Techn.Lab.31(1983), S.981 aus Mey,Schmidt,Zibulla, Streitfall

   Evolution, Stuttgart 1995, S. 79

Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Jürgen Werth