Können Affen beten?

Es macht Freude, Affen bei ihren perfekten Sprüngen,  Klettertouren durch Bäume und ihren possierlichen Bewegungen und Grimassen  zuzusehen. Sie sind perfekt auf des Leben in ihrer ursprünglichen Umwelt angepasst. Fraglos auch, dass sie lernfähig sind und sich bis zu einem gewissen Grade einfache Werkzeuge zunutze machen können. Ohne jeden Zweifel sind sie in ihrem Äußeren uns Menschen von allen Tieren am ähnlichsten.

     Worin sie aber doch Tiere bleiben und nicht an die Leistungen von Menschen herankommen, kann jeder mit dem gesunden Menschen- verstand erkennen:

    Affen können kein Musikinstrument nach Noten spielen, keine äffische Sprache ins Deutsche übersetzen oder in der Krankenpflege tätig sein. Sie können keine Hochzeiten oder Beerdigungen organisieren, keinen Führerschein machen und in der Regel weder mit anderen Affen Schach spielen noch Selbstmord begehen, wenn sie Liebeskummer haben.

     Können sie aber wenigstens beten? Das hat ein Verhaltensforscher in einer Versuchsreihe untersucht und kam zu folgendem Ergebnis:
 In einer aufwändigen Untersuchungsreihe hat der Verhaltensforscher Claudio Tennie in Ostafrika den Schimpansen Mawa  so dressiert, dass dieser nur dann Futter erhält, wenn er eine bestimmte „Gebetshaltung“ einnimmt, also beide Hände über dem Kopf schließt.

Nachdem Mawa das gelernt hatte, wurde ein anderer Schimpanse namens Baluko in Mawas Käfig gebracht. Baluko konnte Mawa genau beobachten und sehen, dass  nur dann Futter aus einer Klappe fiel, wenn Mawa seine Hände zum „Gebet“ erhob. Nachdem Baluko diese Futterprozedur  mehrere Minuten lang aufmerksam beobachtet  hatte, lockte ein Wärter Mawa aus dem Käfig und Baluko, allein gelassen, ging zur Futterstelle. Baluko schrie und tobte nach Erdnüs- sen, kam aber nicht auf die Idee, es Mawa nachzumachen, obwohl er ihn genau beobachtet hatte. Jedes Kleinkind könnte das imitieren, Schimpansen offensichtlich nicht. Insgesamt wurden 15 Tiere mit demselben negativen Ergebnis getestet. Baluko hatte am Ende des                                     Foto Pixabay; rechte Hand einretuschiert

Experimentes die Gebetshaltung 170-mal bei Mawa beobachtet, ohne sie zu imitieren.




(Quelle: ZEIT ONLINE/Umwelt vom 21.2.2013: Verhaltensforschung Frederik Jötten „Von wegen menschlich“)

Quelle: Pixabay

Zusammenfassung

Die Beobachtungen von Affen in ihren Käfigen oder die Erforschung ihres Verhaltens in freier Wildbahn sind und bleiben faszinierend. Leider ist auch diese Forschung nicht frei von persönlicher Voreingenommenheit. Seit Charles Darwin sein Buch „Die Abstammung des Menschen“ im 19. Jahrhundert veröffentlicht hatte, das angeblich einen Glauben an Gott überflüssig machen sollte, forschen die meisten Wissenschaftler grundsätzlich und fast ausschließlich danach, diese Lehre zu untermauern, anders die Verhaltensforscher Seyfarth und Cheney, die in mehreren Beispielen vom äffischen Verhalten in freier Wildbahn das Resümé gezogen haben, dass Affen weitaus weniger menschlich sind, als man es wahr haben möchte.
 
    Auch der Verhaltensforscher Claudio Tennie vom MPI-Leipzig für evolutionäre Anthropologie resümiert, dass „Schimpansen uns weniger ähnlich sind, als viele Studien nahelegen“. Er hat festgestellt, dass sie, anders als wir Menschen, nicht durch Nachahmen lernen können. 

     Wissenschaftler, die solche von der Evolutionslehre abweichende  Ergebnisse erzielen, sind selten und kommen in der Fachwelt nicht gut an, wie die ZEIT in einem Artikel schreibt.  (DIE ZEIT  „Von wegen menschlich“ von Frederik Jötten v. 4.3.2013 über den Verhaltensforscher Claudio Tennie).

Immerhin bestätigen die oben beschriebenen Untersuchungen nicht die Abstammung des Menschen vom Affen, sondern, dass Affen eben Affen sind und nicht kleine Menschen in Pelzen.

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Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Jürgen Werth